Gemeindebrief

Lieber Schwestern und Brüder in Christus,

Die heilige Teresia von Kinde Jesu sagte: „Das Leben ist ein Augenblick zwischen zwei Ewigkeiten.“ Ein Satz, der uns die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen führt (tempus fugit, wie die Römer sagten), aber auch seinen Wert, denn das Leben erhält erst im Licht der Ewigkeit einen Sinn.

Die Zeit vergeht, sie rinnt uns durch die Finger und wir können sie weder aufhalten noch wiederholen. Jeder gegenwärtige Moment ist einzigartig und unwiederholbar und es ist notwendig jeden Moment mit diesem Bewusstsein zu leben. Deshalb sagte schon der Dichter Horaz den berühmten Satz „Carpe Diem“ (Nutze den Tag), aber der Glaube gibt diesen Worten einen tieferen Sinn. Sie bedeuten nicht „tu dir selbst etwas Gutes, und mach, was du willst”, sondern das, was der Heilige Paulus den Ephesern sagt: „Nutzt die Zeit, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist!“ Denn wenn dieses Leben zwischen zwei Ewigkeiten liegt, sind es die Entscheidungen, die ich in diesem Leben treffe, die mir eine der beiden möglichen Ewigkeiten bestimmen, mit oder ohne Gott. Jetzt ist die Zeit, in der wir Schätze im Himmel sammeln können (Matt 6,20), deshalb dürfen wir sie nicht verschwenden.

Die Fastenzeit erinnert uns daran, denn schon zu Beginn dieser Zeit wird uns gesagt: „Bedenke, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ Auch wenn wir es mit Sicherheit wissen, vergessen wir es leicht. Aber wie wichtig ist es doch, sich dessen bewusst zu sein, denn wie es in der Heiligen Schrift heißt: „Bei all deinen Worten bedenke dein Ende, dann wirst du nie und nimmer Schlechtes tun!“ (Sirach 7,36). Über den Tod nachzudenken bedeutet nicht, das Leben zu verachten, sondern zu lernen, es zu schätzen und vor allem gut zu leben. Wer mit den Augen auf die Ewigkeit gerichtet lebt, der weiß zu leben. Bitten wir den Herrn, wie es der Psalmist sagt (Ps 90,12): „Unsere Tage zu zählen, lehre uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz.“

 

Ihr Kaplan P. Martin Conforte, IVE.

 


Der Friedensfürst kommt!

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Es war an einem Nachmittag in meiner ersten längeren Pfarrstelle im Bistum Berlin, in Rüdersdorf. Plötzlich klingelte es unaufhörlich an der Haustüre. Als ich diese schließlich öffnete, stand vor mir ein Mann, den ich gut kannte. Er war in größter Aufregung und voller Furcht.

Er wurde gerade für längere Zeit mit dem Auto von dubiosen Männern verfolgt, bis er sie schließlich abhängen konnte. Doch er selber konnte sich kaum beruhigen und zitterte beinahe.

Da nahm ich ihn mit in unsere Hauskapelle, setzte das Allerheiligste aus und sagte ihm, dass er sich hier nun mit diesem Jesus Christus austauschen soll. 

 

Nach einer Stunde suchte ich ihn dort wieder auf. Und siehe da! Er kam mir mit einem friedlichen Lächeln entgegen und hatte sich total beruhigt.

Wir leben in unruhigen Zeiten. Und viele Menschen befinden sich beständig in Unruhe und suchen Frieden und Halt.

Bald ist Weihnachten. Der Friedensfürst, der Gott-Mensch Jesus Christus, trat vor ungefähr 2000 Jahren leiblich in diese Welt ein. Aber, weil Er eben auch Gott ist, blieb dieses Ereignis nicht nur einfach in der Vergangenheit haften.

Wer viel betet und dabei insbesondere das Gebet des Rosenkranzes anwendet, wird den Eintritt dieses Friedensfürsten im Herzen immer besser wahrnehmen. Gebet kann so wirklich zur Freude werden, die die Furcht weichen lässt.

Es ist eine Illusion zu glauben, dass Frieden in bestehenden Kriegsregionen von uns Menschen geschaffen werden kann, wenn dabei der wahre Friedensfürst, Jesus Christus, nicht beachtet wird.

Frieden beginnt in unserem Herzen und dies vor allem durch eine wahre Umkehr. Die kommende Adventszeit gibt uns die Gelegenheit dazu. Wir selber sollen zuerst einmal dort, wo wir leben, zu einem Instrument des christlichen Friedens werden. 

Wir können sie nutzen, d.h. diese Möglichkeiten der Umkehr, die uns die Kirche in der Adventszeit anbietet. Und unterschätzen wir nicht den Wert des Friedenszuwachs in dieser Welt, den jeder von uns somit leistet.

Ihr 

 

 

 

Erfolgen dann faire, sachliche Austauschgespräche, wird, wie dies der deutsche Philosoph Jürgen Habermas gesagt hat, der „zwanglose Zwang des bessern Argumentes“ siegen.

Auf dieser Basis sprach und diskutierte z.B. der hl. Thomas von Aquin (1225-1274), eines der bekanntesten Philosophen und Theologen des Mittelalters. Er prägte damit tief die europäische Kultur.

Europa, unser Land, ja wir alle brauchen eine wiederbelebte tief christlich geprägte Gesprächskultur. Und jeder von uns kann dort wo er oder sie steht und lebt, den entsprechenden Teil dazu beitragen.

Ihr